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Samstag, 5. August 2017

Hör' mol Radio Platt

Seit Jahrzehnten gibt es in verschiedenen Bundesländern für Schülerinnen und Schüler den plattdeutschen Vorlesewettbewerb. Doch in Bremen ist das nun vorbei. Den Schulen fehlen die finanziellen und personellen Voraussetzungen für die Plattdeutsch-AGs. Stirbt die Minderheitensprache jetzt aus? Die Zahl der Plattdeutschsprecher in Norddeutschland bleibt jedoch nach einer Studie des Instituts für Niederdeutsche Sprache stabil. Allerdings sind es vor allem ältere Menschen, die gut oder sehr gut Platt sprechen, wie die Umfrage ergab. In Bremen verstehen jedoch rund 30 Prozent der Menschen kein oder kaum Platt.

Die existentielle Bedrohung der Regionalsprache ist keineswegs gestoppt. Dazu müsste es noch weitergehende und umfassende Förderung geben. Eine Möglichkeit der "preisgünstigen Förderung des Niederdeutschen wäre ein Radioprogramm, in dem alle Plattdeutsch- und Heimatfunksendungen von Radio Bremen und dem NDR zusammengefasst wären, verpackt in einen modernen Rahmen mit Musik, die irgendwo zwischen RB1 und NDR Nds. und plattdeutschen Titeln liegt. Dazu das Niederdeutsche Hörspiel, Heimatfunk am Wochenende, das"Hamburger Hafenkonzert" und eine Neuauflage des "Bremer Containers" (moderiert von Heini und Fidi über'n Gartenzaun). Warum nicht volkstümlich?

Aber mal im Ernst, bevor es bald die X-te Pseudo-Jugend/Pop/Songwriter- und Kulturwelle der Öffentlich-Rechtlichen im Norden gibt, wäre das eine Idee für einen heimatverbundenen Privatsender, mit dem das Plattdeutsche endlich aus dem Nischendasein herausgeholt werden könnte. Das angepeilte Sendegebiet wäre mit Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern groß genug. Die nötigen technischen Möglichkeiten bietet DAB+, falls nicht doch auf UKW zurückgegriffen werden kann.