Google+ Adolphsdorf - Das freundliche Dorf im Teufelsmoor: Man kann darüber lachen, aber witzig ist es nicht Google+

Samstag, 5. November 2016

Man kann darüber lachen, aber witzig ist es nicht


Die hiesigen Zeitungen, insbesondere Weserkurier und Wümme-Zeitung, haben sehr sachlich, aber auch sehr  ausführlich über die tragischen Vorkommnisse, die sich im Frühjahr d.J. in Adolphsdorf abspielten, berichtet. Andere Medien haben lieber mit Schlagworten und bunter Aufmachung für die kurzlebige Sensation gearbeitet und eher die Triebe von Gaffern befriedigt, die lieber erst einmal ihr Smartphone zücken und Bilder von den Opfern machen, anstatt sofort zu helfen.

Von ähnlichen Trieben befallen scheinen mir auch die Zeitgenossen, die jedes Detail einer Tragödie oder eines Verbrechens aufsaugen, nur um dann unheimlich mitfühlend draufzuhauen, frei nachdem dem Motto "Ich hab's ja immer gesagt" oder "Das musste ja so kommen". Es ist schlimm und haarsträubend, wenn das Leben einzelner Menschen durch die Presse, durch die seriöse oder auch durch nicht so seriöse, gezerrt wird. Es ist schlimm und herabwürdigend, wenn Details ausgebreitet werden, die niemanden etwas angehen - ausser dem Richter vielleicht. Und es ist schlimm und unfair, wenn die Opfer darunter auch noch lange leiden müssen.

Harmlos ist es dagegen von Freunden, Bekannten und Kollegen damit aufgezogen zu werden, man wohne ja in dem "Mörderdorf" mit dem "Beilmonster". Ob man denn da noch sicher sei oder, ob es nicht eine Bürgerwehr gäbe? Wie gesagt, harmlos! Aber man wird nachdenklich, denn auch das hat viel mit der Berichterstattung, mit Schlagworten und vorgefertigten Denkweisen zu tun. Man kann darüber lachen, aber witzig ist es nicht.