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Samstag, 14. November 2015

Das Grasberger Bündnis für Familien: Gelebte Integration

Grasberg tut sehr viel für Flüchtlinge. Hierbei arbeiten die Gemeinde und freiwillige Helfer und Organisationen gut zusammen. Wohnraum wird allerdings knapp, obwohl Leerstände bei einer Fahrt durch die Gemeinde nicht zu übersehen sind. Vermieter haben jetzt die Chance mit der Gemeinde zusammenzuarbeiten. Die Gemeinde zahlt ortsübliche Mieten, die sich am Markt orientieren. Manch ein Vermieter wäre froh, wenn er so auf der sicheren Seite wäre.

Katja Vittinghoff vom lokalen Bündnis für Familien fragte nach den Erfahrungen der Vermieter. „Das läuft total ruhig“, meinte Schorfmann. Wer Wohnungen anzubieten habe, solle sich an Andreas Koppen, den Leiter des Ordnungs- und Sozialamts, wenden. Die Miete bemesse sich nach feststehenden Richtlinien, Mondpreise werde die Gemeinde nicht zahlen. Die Bewohner bekämen regelmäßig Besuch von Mitarbeitern des Ordnungsamts, „damit Wasser und Strom sich nicht zu nahekommen“. Einen Sicherheitsdienst in der neuen Unterkunft, wie von einem Zuhörer angeregt, hält Marion Schorfmann nicht für nötig: „Unser Sicherheitskonzept heißt schlicht und ergreifend, die Menschen gut aufzunehmen und dezentral unterzubringen.“ Das heisst allerdings auch, dass die Menschen in erreichbarer Nähe zu Ämtern, Behörden, Betreuungsstellen und Hilfen unterkommen müssen. Für die Gemeinde Grasberg heisst das wiederum schlichtweg: in Grasberg.

Dabei hilft das Bündnis für Familien, das seit zehn Jahren besteht und gegründet wurde von Vereinen, der Kirchengemeinde, der Kommune, den Schulen und Einzelpersonen. Etwa 15 Alltagshelfer kümmern sich um die Flüchtlinge. Kerstin Tönjes und Evelin Meyer stellten vor, was das Bündnis sonst noch – nicht nur für Flüchtlinge – leistet.

Unter dem Motto „Mäuse für Schlaumäuse“ gibt es finanzielle Unterstützung für bedürftige Schüler, in der Seniorenwohnanlage in der Speckmannstraße wird ein Mittagstisch für zwei Euro angeboten, und bei der Weihnachtssternaktion können ältere Menschen sich was zu Weihnachten wünschen. Für Schüler gibt es Hausaufgabentraining und den „Leseteufel“, zusammen mit der Volkshochschule werden Kurse für Babysitter angeboten, und die Kleiderbörse ist ebenso wie das Möbellager für jedermann zugänglich. Neu sind die Deutschkurse – drei oder fünf mal pro Woche –, das Begrüßungskomitee und das Café International, das jeden zweiten Montag im Monat im evangelischen Gemeindezentrum stattfindet.

Zum lokalen Bündnis für Familien gehören u.a.: Arp-Schnitger-Gesellschaft, Bürgermeisterin der Gemeinde Grasberg, Dorfgemeinschaft Adolphsdorf, Findorff-Schule, Freundeskreis Kiga, Gleichstellungsbeauftragte, Hof Langenmoor, Jugendzentrum Neo Tokio, Kirchengemeinde, Kleiderbörse, Kommunaler Kindergarten, Sprachkurs, SV Grundschule Grasberg, SV Grundschule Rautendorf, Trägerverein "Begegnungsstätte Grasberg" e.V., Turn- und Sportgemeinschaft Wörpedorf-Grasberg-Eickedorf e.V., Vertreterinnen und Vertreter der  im Gemeinderat vertretenen Parteien.

Alles in allem, die Türen sind auch für integrationswillige und -fähige Menschen, die dem Krieg und dem Terror in ihrer Heimat entkommen sind,  in Grasberg weit geöffnet. Für ein freundliches "Hallo, Guten Tag, Wie geht's" muss man noch nicht einmal perfekt Deutsch können.

Lokales Bündnis für Familien
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