Google+ Adolphsdorf - Das freundliche Dorf im Teufelsmoor: Highway to hell: Kirchdamm nach Grasberg Google+

Montag, 12. Januar 2015

Highway to hell: Kirchdamm nach Grasberg

Kurz nach dem am Kirchdamm Tempo 50 - Schilder aufgestellt wurden, schwappte schon mal ein leichter Aufruhr durch die sozialen Netze. Jetzt ist allerdings nichts mehr zu hören und zu sehen. Seltsam eigentlich, denn diese Tempo 50 - Schilder sind schlichtweg fehlgeleitet. Jahrzehnte lang war die Strasse in genau dem Zustand, in dem sie sich jetzt befindet. Dabei ist das eine Strasse, die die Provinzen mit der Residenz verbindet, zumindest seit der Eingemeindung der bis dato selbstständigen Dörfer in eine Gemeinde Grasberg. Man sollte meinen, dass Grasberg darauf achtet, dass auch die Aussenbereiche mit der Zentrale Kontakt halten können. Statt dessen aber bleibt der Kirchdamm in marodem Zustand und - wenn es gerade passt oder das Gemeindesäckl zwickt - dann wird auch noch geblitzt.

Ich glaube allerdings nicht, dass Grasberg seine armen Aussenbreiche vorsätzlich schröpfen möchte.

Hier soll nicht der Raserei das Wort geredet werden und auch nicht die abgedroschene Phrase "Freie Fahrt für freie Bürger" bemüht werden. Aber ich denke Strassen müssen einen optischen Eindruck vermitteln, der entsprechende Tempolimits rechtfertigt. Sind sie genügend breit, relativ verkehrsarm und übersichtlich, dann sind Tempolimits - erst recht zu tief angesetzte - sinnlos im Sinne von Unfallverhütung oder bewusst zum Gelddrucken eingerichtet. Tempo 70 wäre m.E. angemessen. Das ist, und das sei hier ausdrücklich angemerkt, meine ganz private Meinung als Randbewohner "Grasberg-Nord". Mit Tempo 80 könnte ich auch gut leben, aber Tempo 80 - Schilder gibt es in diesem Landkreis nicht, dafür aber gleich nebenan im Landkreis Cuxhaven und im Landkreis Verden. 

Tempo 70 gilt natürlich nicht in der geschlossenen Ortschaft. Rethorische Frage: wo fängt die geschlossene Ortschaft in einem Ort wie Grasberg an und wo hört sie auf? Rethorische Antwort: Da wo es nicht genügend breit, relativ verkehrsreich und unübersichtlich wird. Bei der ersten dichteren Bebauung links, also? Oder 200 Meter vorm Kreisel?

Und noch ein Wort zu den Entfernungen. Klar, wer auf dem Lande, vielleicht in einem "Aussenbereich",  wohnt und lebt oder gar groß geworden ist, der weiss das. Ohne Auto bist Du aufgeschmissen: Das sollten Familien, die mit einem Haus in Grasberg's Norden liebäugeln, auf dem Zettel haben. Mal eben zum Arzt, zum Discounter oder in die Bücherei ist nicht oder nur mit Kilometerfresserei möglich. Nach Bremen ohnehin nur in den Ferien. Der Bürgerbus ist 6 x an Wochentagen eine echte Erleichterung, aber kein Allheilmittel gegen den Demographischen Wandel, der sich schleichend auch und gerade in Grasberg breit macht.

Als Adolphsdorfer Aussenbereichsbewohner hat man natürlich einen Trumpf im Ärmel. Worpswede, Daumen an der Kreuzung nach rechts, ist viel näher als Grasberg. Telefonisch und internet-technisch, in unseren Zeit nicht unwichtig, läuft ohnehin alles über Worpswede. 

Aber bevor ich hier unendlich abschweife: wie kam ich darauf? Ach ja, gegen die Abzocke der Aussenbereichsbewohner, Tempo 70 auf dem Kirchdamm!