Google+ Adolphsdorf - Das freundliche Dorf im Teufelsmoor: Mit dem Bürgerbus in den Süden Google+

Sonntag, 2. Dezember 2012

Mit dem Bürgerbus in den Süden


Der Bürgerverein Grasberg-Worpswede erweitert sein Angebot. Nachdem die Linie erfolgreich in Grasberg-Nord und Worpswede unterwegs ist, werden in Kürze auch die Ortsteile im Grasberger Süden bedient. Somit können auch die Bewohner in Grasberg, Huxfeld, Grasdorf, Neu-Dannenberg, Rautendorf und Schmalenbeck den Service nutzen. Die neue Linie trägt den Namen "616 Süd" und soll am 10. Dezember starten. "Wir reagieren damit auf Wünsche der Bevölkerung", sagt der Vorsitzende Harald Zielinski. Man habe sich ein Stimmungsbild verschafft und mit entsprechenden Befragungen unterfüttert.
Laut Fahrplan starten die Busse dann um 9.37, 13.05 und 16.20 Uhr jeweils an der Grasberger Kreuzung. Die Südtour ist rund 33 Kilometer lang und führt zunächst entlang des Grasberger Rathauses, Wiesendamms und Friedhofs. Die insgesamt 47 Haltestellen verteilen sich auf die Huxfelder Straße, Mittelsmoor 2, den Huxfelder Damm, die Grasdorfer Straße und die Neu-Dannenberger Straße. Nächste Stationen sind die Rautendorfer- und Neu-Rautendorfer Straße, Mittelsmoor und die gesamte Schmalenbecker Straße. Der Kreis schließt sich, wenn der Bürgerbus über den Kuhdamm, die Speckmannstraße und den Findorffhof zur Grasberger Kreuzung fährt. An den Rahmenbedingungen wird sich indes nichts ändern. Der Verein ist auch zukünftig mit seinem Stamm von 16 ehrenamtlichen Fahrern und einem Fahrzeug unterwegs. Das gesamte Angebot in Grasberg und Worpswede umfasst 147 Haltestellen und ist in zwei Tarifzonen unterteilt. Die Grenze verläuft in Bergedorf. Pro Tarifzone kostet ein Fahrschein 1,85 Euro.

Die Ausweitung des Angebots geht allerdings mit Fahrplanänderungen im Norden und in Worpswede einher. "Wir betreiben eigene Erhebungen und haben entsprechende Schlüsse daraus gezogen", berichtet der für die Planung zuständige Wolfgang Voßgröne. So wird die Ottersteiner Straße auf Grund der gegen Null tendierenden Nachfrage ebenso aus dem Fahrplan genommen wie die Haltestelle an der Grundschule. Neu hinzugekommen ist die Route über den Wiesendamm, die Eichenstraße und am Findorffhof, um die Arztpraxen und den Friedhof zu bedienen.

Zehn Touren pro Tag

In Neu St. Jürgen werden die Haltestellen Neu St. Jürgen Bahnhof, Am Kniependamm 2 und An der Bahn gestrichen. Zukünftig soll dafür das Worpsweder Schwimmbad einbezogen werden. An der Worpsweder Insel besteht ein Anschluss an die Buslinien 640 in Richtung Osterholz-Scharmbeck und 670 nach Bremen. Nach der Überarbeitung der Routen wird es täglich drei Touren nach Grasberg-Süd und Nord sowie vier nach Worpswede geben. Start und Ziel ist jeweils am Wörpedorfer Kreisel.

Der Verein versucht grundsätzlich, das eigene Angebot auf die Fahrpläne der Überlandbusse 640, 670 und der Linie 630 von Zeven nach Bremen abzustimmen. "Wir sind zwar nah dran, eine zeitliche Punktlandung gelingt uns auf Grund der Komplexität aber nicht", so der Vereinsvorstand.

Der Bürgerbusverein wird von den Gemeinden Grasberg und Worpswede mit je 7500 Euro pro Jahr finanziert. Maßgeblicher Sponsor ist die Volksbank Osterholz, dazu beteiligen sich die Volksbank Worpswede und 16 kleinere Werbepartner, die den Etat in Höhe von insgesamt 20000 Euro abdecken. Der Bus transportiert rund 8000 Fahrgäste pro Jahr und hofft auf eine gute Auslastung im Süden. Dies nicht allein, um den laufenden Betrieb zu finanzieren, sondern auch, um Rücklagen zu bilden.

Der vor zwei Jahren angeschaffte Kleinbus hat bereits 185000 Kilometer auf dem Tacho und muss noch weitere fünf Jahre halten, die Dieselrechnungen summieren sich auf rund 12000 Euro pro Jahr.
Der Verein will das Angebot ausbauen. Mittelfristig soll auch Lilienthal in den Fahrplan eingebunden werden (siehe Extra-Bericht), und von Rautendorf ist der Schritt nach Fischerhude und Sagehorn nicht weit, wie Harald Zielinski betonte. Für die fernere Zukunft könnte ein Verbund mit weiteren Bürgerbuslinien in der Region stehen.

Details finden sich im Internet unter www.bürgerbus-grasberg-worpswede. de oder per Telefon unter 01573/7612828. Dazu werden die Fahrpläne kurzfristig in öffentlichen Einrichtungen, der Volksbank und im Bürgerbus ausgelegt.

Zu wenig Personal für die Lilienthal-Route

In der Vergangenheit war mehrfach über eine Bürgerbuslinie für Grasberg und Lilienthal nachgedacht worden. Vorteil für Grasberg: Die Linie hätte die Ortsteile Dannenberg, Mittelsmoor und Rautendorf besser an den Öffentlichen Personennahverkehr und die im Bau befindliche Straßenbahnlinie 4 am Falkenberger Kreuz in Lilienthal angebunden. Allerdings haben sich diese Planungen inzwischen zerschlagen. In mehreren Anwohnerversammlungen sei der Bedarf abgeklopft worden, das Projekt letztlich am ehrenamtlichen Fahrpersonal gescheitert. Es habe zu wenig Interessenten gegeben, wie Manfred Lütjen bedauert. Daraufhin habe man sich im Lilienthaler Rathaus von einer gemeinsamen Linie verabschiedet.

Dazu seien Seebergen und Heidberg vergleichsweise gut versorgt, so Lütjen. In den Lilienthaler Vororten werde ein Sammeltaxiangebot mit mehreren Haltestellen vorgehalten und auch nachgefragt. Dafür würde die Gemeinde rund 30000 Euro pro Jahr in die Hand nehmen.

Weserkurier / Webseite Bürgerbus