Google+ Adolphsdorf - Das freundliche Dorf im Teufelsmoor: Abnicken der Ausschussarbeit und das war's? Google+

Dienstag, 22. Mai 2012

Abnicken der Ausschussarbeit und das war's?

Bogislaw Miescke und Marion Schorfmann werden keine Freunde. Dies wurde im Verlauf der jüngsten Bauausschuss-Sitzung zum Thema Dorfgemeinschaftshaus in Adolphsdorf einmal mehr deutlich. Miescke warf der Bürgermeisterin nicht zum ersten Mal vor, im Zusammenspiel mit der CDU-Mehrheitsfraktion fertige Pläne vorzulegen, und er bekräftigte die Vorwürfe jetzt in einer Pressemitteilung. Der UWG-Politiker vermisst eine offene Diskussion über die Neubaupläne für ein Adolphsdorfer Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrhaus. Miescke kritisierte insbesondere eine drohende Kostensteigerung. Bei den ursprünglichen Planungen sei man von 200000 Euro ausgegangen, während man jetzt über eine Größenordnung von einer halben Million Euro spreche.

"Wir bereiten die Sitzungsvorlagen nach dem jeweiligen Stand der Dinge vor, da ist immer Luft für Diskussionen", entgegnet die Bürgermeisterin auf die Kritik des UWG-Mannes. Bestes Beispiel seien die Beratungen zum Dorfgemeinschaftshaus. Die von der Feuerwehr-Unfallkasse angemeldeten Auflagen würden nunmehr ebenso in die weiteren Planungen einfließen wie eine aktuelle Kostenrechnung durch den beauftragten Architekten. Beides sei aus der Diskussion im Bauausschuss heraus entstanden und gleichsam Beweis dafür, dass die Vorgaben der Verwaltung nicht in Stein gemeißelt seien. Dass eine Dorfgemeinschaftsanlage in Adolphsdorf sinnvoll sei, daran lässt Schorfmann keinen Zweifel. Dies sei eine vergleichsweise "dicht bebaute Ecke", von einem Gemeinschaftsbau würden sowohl die Adolpshdorfer als auch die Ottersteiner und Anwohner der Vorweide profitieren. Welche Lösung am Ende zum Zuge komme, sei aus heutiger Sicht offen. Über den Bau sei noch nicht abschließend beraten worden. Im Übrigen könne sich Miescke jederzeit und auch im Vorfeld von Beratungen bei ihr melden, sagt Marion Schorfmann.

Arne Rahlf ist Fraktionsvorsitzender der SPD. Es liege in der Natur der Sache, dass die Verwaltung zu den Sitzungen entsprechende Vorschläge formuliere. Dies sei üblich und werde von der Politik auch erwartet, sagt Rahlf zu den Vorwürfen des UWG-Kollegen an die Bürgermeisterin. Auch hätten die Fraktionen immer die Möglichkeit, eigene Vorschläge einzubringen. Im Streit um das Dorfgemeinschaftshaus in Adolphsdorf seien Einwände der UWG-Fraktion in der Sitzung durchaus gehört und aufgenommen worden, sagt Rahlf. Recht habe Miescke dagegen mit einer grundsätzlichen Kritik an Marion Schorfmann. Es könne nicht sein, dass die Bürgermeisterin bei einer Feuerwehrversammlung im Winter detailliert über die Pläne zur Zukunft des Adolphsdorfer Dorfgemeinschaftshauses spricht, und damit der Politik vorgreift. "Das geht so nicht", sagt Arne Rahlf.

Der SPD-Fraktionschef sieht in der Ausschussarbeit aber grundsätzlich weniger Konfliktpotenzial als Bogislaw Miescke. 80 bis 90 Prozent aller Entscheidungen in den Ausschüssen würden einstimmig gefasst, gibt Rahlf zu bedenken.

Die nächste Zusammenkunft der Streithähne steht unmittelbar bevor. Übermorgen tagt der Bauausschuss unter anderem zum Thema Katzenhaus für Lilienthal, Grasberg und Worpswede und spricht über freilaufende Katzen. Das Angebot der Bürgermeisterin, bei entsprechenden Fragen und Einwänden im Vorfeld anzurufen, schließt Miescke kategorisch aus.

"Ich werde die Missachtung des Bau- und Planungsausschusses nicht durch einen Anruf ausgleichen, sondern im Namen der Grasberger UWG am Abnicken der fertigen Pläne in diesem Ausschuss künftig nicht mehr teilnehmen", kündigt Miescke an. Die Sitzung am Donnerstag beginnt um 20 Uhr im Ratssaal an der Speckmannstraße. [WK]