Google+ Adolphsdorf - Das freundliche Dorf im Teufelsmoor: Abenteuer Linie 4 Google+

Freitag, 17. Juni 2011

Abenteuer Linie 4

Wer derzeit die Lilienthaler Hauptstraße passieren will, braucht ein gutes Auge und vor allem starke Nerven. Bauzäune, Baken, Absperrungen. Der Ort ist ein einziges Labyrinth. Der Ärger begann im Februar. Seitdem wird die Baustelle für die Verlängerung der Straßenbahn-Linie 4 von Borgfeld bis zum Falkenberger Kreuz vorbereitet. Inzwischen ist die Verkehrsader eine Einbahnstraße – Durchfahrt nur noch von Bremen in Richtung Niedersachsen möglich. Die Folge: Den Geschäftsleuten bleiben die Kunden weg, dazu die langen Staus. Sabine Stahlhut (45), Pächterin der Shell-Tankstelle an der Hauptstraße, klagt: „Wir machen 25 Prozent weniger Umsatz, seit die Absperrungen da sind. Und die Kunden, die noch kommen, fluchen über die Umwege." Nebenan wartet Gloria Steinmann (54) bei „Antikes & Kurioses" auf Kundschaft: „Zu uns kommen rund 30 Prozent weniger Kunden. Wenn das so weiter geht, wird's schwierig."
Die Linie  4 soll bis Juni 2013 fertig sein. Doch daran haben manche Lilienthaler ihre Zweifel. Alfred Werner von der „Initiative pro Lilienthal": „Die Absperrungen sind schon lange da, aber alle warten darauf, dass richtig gearbeitet wird. Wenn es jetzt nicht endlich  losgeht, wird das mit der geplanten Fertigstellung bis Sommer 2013 nichts."
Noch längere Bauarbeiten? Eine Horrorvorstellung für  Vural Zeki (48), Betreiber des Imbisses „Marmara": „Der Mai ist normalerweise der beste Monat des Jahres. Doch jetzt war es der schwächste, seit ich den Laden hier betreibe. Ich zahle 3000 Euro Miete und Nebenkosten. Wie soll ich das schaffen, wenn ich nur 70 Prozent Umsatz mache?"
BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer wiegelt ab: „Wir liegen voll im Zeitplan, unterstützen die Geschäftsleute mit Marketingmaßnahmen. Wir wollen, dass sie so wenig unter der Baustelle leiden müssen wie möglich. Denn deren Kunden sollen später mal mit der Linie 4 fahren."