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Donnerstag, 14. April 2011

Grasberg und Worpswede sammeln Pluspunkte

Seit dem 15. November 2010 rollt der Bürgerbus an fünf Tagen in der Woche jeweils fünf Mal vormittags und fünf Mal nachmittags durch mehrere Ortschaften der Gemeinden Grasberg und Worpswede, und das mit Erfolg. Über dieses Modell informierte sich die Vorsitzende des Fahrgastbeirates des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN), Corinna Hagedorn. Sie stieg ein und begleitete den Bürgerbus auf seiner Tour. Am Ende lobte sie diese Art der Mobilität im ländlichen Raum.

 
Auf dem Park-and-Ride-Platz an der Wörpedorfer Straße wurde Corinna Hagedorn von Grasbergs Bürgermeisterin Marion Schorfmann, dem Vorsitzenden des Vereins Bürgerbus Grasberg-Worpswede, Raimund Steinert, und dem ehrenamtlichen Fahrer Heinz-Dieter Struß begrüßt. Zunächst besichtigte Hagedorn das neunsitzige Fahrzeug mit der ausklappbaren Rampe, über die auch Passagiere mit dem Rollstuhl, mit dem Rollator oder einem Kinderwagen bequem ins Innere gelangen können. Die Vorsitzende des VBN-Fahrgastbeirats überzeugte sich auch davon, dass Rollstuhlfahrer während der Fahrt durch Sicherheitsgurte geschützt sind. Ihre Frage, ob im Bürgerbus auch Stehplätze ausgewiesen seien, verneinte Steinert.
 
Der Vorsitzende des Bürgerbus-Vereins erklärte, dass man bei der Festlegung der Haltestellen von dem durch Fragebögen ermittelten Bedarf ausgegangen sei. Dabei seien auch Wünsche von Schulkindern berücksichtigt worden. Um möglichst vielen Einwohnerinnen und Einwohnern eine Mitfahrmöglichkeit zu bieten, seien in der Gemeinde Worpswede 65 und in der Gemeinde Grasberg 35 Haltestellen eingerichtet worden. Alle seien mit dem Bürgerbus-Logo gekennzeichnet.
 
Pro Tag würden 420 Kilometer zurückgelegt, erklärte Steinert. Die meisten Passagiere seien schon Stammgäste. Der nächste ab dem 2. Mai geltende Fahrplan werde gegenüber dem jetzigen Plan ein paar geringfügige Änderungen aufweisen, bemerkte der Vorsitzende. Ferner könne die Routenführung später durchaus noch geändert werden.
 
Auf der Fahrt von Grasberg über Worpswede erfuhr Corinna Hagedorn unter anderem, dass die Mitfahrerinnen und Mitfahrer zum Beispiel in Grasberg oder in Worpswede an der Haltestelle Hörenberg eine Anschlussmöglichkeit an die Buslinie 630 von Zeven nach Bremen haben. An den Haltestellen Kattenpad und Aktiv-Markt in Worpswede können sie in die Linienbusse 640 (Gnarrenburg-Osterholz-Scharmbeck) oder 670 (Gnarrenburg-Bremen) umsteigen. Im lang gestreckten Dorf Hüttenbusch nahmen Schülerinnen (zum Teil mit Monatskarten) an verschiedenen Haltestellen die Mitfahrgelegenheit wahr.
 
Die Vorsitzende des Fahrgastbeirats lernte auch die Tücken der Moorgemeinden kennen. In der Ottersteiner Straße ist das Pflaster stellenweise so abgesackt, dass der Bürgerbus höchstens mit Tempo 30 fahren kann und Rollstuhlfahrer kaum in der Lage sind, die Haltestellen zu erreichen. Corinna Hagedorn zeigte sich beeindruckt von der Fahrt, von den Informationen durch Raimund Steinert und Marion Schorfmann sowie vom ehrenamtlichen Engagement des Vereins und seiner Fahrer. Überrascht zeigte sie sich auch, dass der Bürgerbus durch schmale Straßen fährt, die große Busse kaum oder gar nicht passieren können, und dass 90 Prozent dieser Straßen keine Bürgersteige haben. Trotzdem könnten hier die Passagiere und Rollstuhlfahrer bequem in den Bürgerbus ein- und aussteigen. "Gerade das ist unsere große Stärke", meinte Steinert dazu.
 
Sie sei begeistert und total angetan, so Hagedorn, dass die Einwohner in den Außenbereichen so komfortabel transportiert werden könnten. Das sei ganz positiv für den ländlichen Raum. Marion Schorfmann erwähnte, dass man in den hiesigen Dörfern auch den demografischen Wandel berücksichtigen müsse, und daher sei der Bürgerbus so wichtig für die Region.
 
Schorfmann meinte ferner, dass noch ehrenamtliche Fahrer aus den Dörfern der Gemeinde Worpswede willkommen seien. Hier sei das Interesse bislang nur gering gewesen.[WZ]