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Samstag, 19. März 2011

Zeit der Rauchzeichen bald vorbei


Die Zeit der Rauchzeichen sei vorbei, das "www" stünde nicht länger für warten, warten, warten, verkündet Thomas Windgassen, Geschäftsführer der EWE in unserer Region. Im Auftrag der EWE ist eine Kolonne von zwei Dutzend blauen Fahrzeugen der Firma Hoth ausgeschwärmt, um die Zukunft in Grasberg zu installieren. Kupferkabel werden gegen Lichtwellenleiter aus Glasfaser ausgetauscht. Allerdings können nicht alle Haushalte von der neuen Technik profitieren.

Daten aus dem Internet haben eine lange Reise vor sich, wenn sich jemand am heimischen Computer entscheidet, sie aufzurufen. Auf den Klick folgt die Wartezeit. Bisher mussten die Daten über ein Kupferkabel vom Hauptverteiler zum sogenannten Kabelverzweiger. Und per Kupferkabel reisten die Daten dann vom Kabelverzweiger zu den Anschlüssen der einzelnen Häuser. Das Problem: Kupferkabel sind wie Wasserschläuche - je länger sie sind, desto weniger Druck ist am Ende drauf. Werden Daten am Anfang des Kupferkabels noch schnell übermittelt, nimmt die Übertragungsgeschwindigkeit mit zunehmender Kabellänge ab. Deswegen ersetzt die EWE Kupferkabel, die den Hauptverteiler mit den Kabelverzweigern verbindet, durch Lichtwellenleiter aus Glasfaser. Die andere Strecke, vom Kabelverzweiger zum Hausanschluss, legen die Daten weiterhin per Kupferkabel zurück. Vor den einzelnen Häusern fallen daher keine Erdarbeiten an.

Kabellänge ist entscheidend

Allerdings ist die Geschwindigkeit der Datenübertragung nach wie vor eine Frage der Länge des Kupferkabels vom Kabelverzweiger bis zum Hausanschluss. Einige Häuser sind einfach zu weit von einem solchen Knotenpunkt entfernt. Deswegen werden nicht alle Haushalte in der Gemeinde Grasberg schnelles Internet bekommen.

Konkret müssen einige Haushalte in Rautendorf, Eickedorf, sowie im Wilstedter Moor auf eine Breitbandverbindung verzichten. Auch einige Haushalte in der Wörpedorfer Straße werden keine schnellere Verbindung als bisher erhalten. Entscheidend ist nicht die Entfernung des jeweiligen Hauses zum Grasberger Zentrum, sondern die zum nächsten Knotenpunkt. Ist die Entfernung vom Kabelverzweiger bis zum Haus zu lang, werden die Daten nur langsam übermittelt. Daran könne man zur Zeit auch nichts ändern, machte Windgassen deutlich: "Wir versuchen im Moment, mit dem Trabbi zum Mond zu fliegen." Mehr Knotenpunkte würden die Situation verbessern. Das Netz der Kabelverzweiger gehört der Telekom.

Dennoch sei Grasberg in Zukunft "besser versorgt, als manche Großstadt", so Windgassen. In manchen Außenbereichen sei die Internetverbindung in Zukunft sogar besser als im Zentrum. "Für Grasberg ist das ein Riesenschritt nach vorne", machte der Leiter der EWE-Geschäftsregion deutlich. Die Übertragungsgeschwindigkeit soll bei mindestens zwei Megabit pro Sekunde liegen. In manchen Bereichen seien bis zu 35 oder sogar 50 Megabit pro Sekunde möglich.

Der Bedarf an schnellem Internet ist da, das steht außer Frage. Nicht nur Geschäftsleute, auch Schulkinder seien zum Beispiel bei den Hausaufgaben auf eine gute Internetverbindung angewiesen, so Bürgermeisterin Marion Schorfmann. "Eine schnelle Breitbandverbindung muss heute so selbstverständlich sein wie Wasser und Strom."

Kostenlos ist das schnelle Internet aber nicht. Der Aufwand liegt bei rund 582000 Euro. Die Kosten teilt sich die Gemeinde mit dem Landkreis Osterholz. Auch in den Gemeinden Lilienthal und Worpswede wird dem langsamen Internet ein Ende gesetzt. Die "weißen Flecken" im Landkreis Osterholz sollen so weit wie möglich verschwinden, das ist das Ziel. Etwa 1400 neue Breitbandanschlüsse sollen in der Gemeinde Grasberg entstehen. Zum Jahresende sollen die Arbeiten fertiggestellt sein.

Bürgermeisterin Marion Schorfmann weist darauf hin, dass es sich bei dem kleinen Gebäude, das auf dem Marktplatz steht, nicht um öffentliche Toiletten handelt. Das Häuschen ist eine neu entstandene Telekommunikationsstation (TK-Station) der EWE, die zur Umsetzung der neuen Technik dient. In fast jeder Gemeinde des Landkreises wird im Zuge der Modernisierung des Netzes eine solche Station errichtet. Noch schützt ein Flachdach die moderne Technik. Angedacht ist aber, die TK-Station mit einem Satteldach zu versehen. [WeserKurier]